Zwei Dutzend

c896e1da5e58169Heute, am 1. Dezember, habe ich mir eine Kiste mit 24 Flaschen Bier gekauft. Ah, werden jetzt einige sagen, das ist doch…. Nein! – ist es nicht. Ich führe keine Adventskalender, weder mit Bier, noch mit Schokolade, noch sonst etwas. Wenn ich also zwei Dutzend Flaschen Bier kaufe, hat das keine weitere Bedeutung als, dass ich etwas Vorrat anlege, bis wieder eigenes Bier im Kühlschrank ist. Dazu muss ich allerdings wieder hinter’s Brauen gehen und das ist am Samstag der Fall.

Federvieh und Federbruch

5d8151a9a33dbedBei der Postautostation hat es einen Bauernhof. Einige Bewohner desselben vergnügten sich gerade draussen, als ich aufs Postauto wartete. Ich ging mein Auto in der Werkstatt abholen, wo ich es über Nacht lassen musste. Eine gebrochene Feder musst noch ersetzt werden. Am Donnerstag muss der Wagen in perfektem Zustand sein, denn die Fahrzeugprüfung ist angesagt.
Zur Zeit kann ich mir kein neues Auto leisten und ich hoffe, es hält, bis ich AHV bekomme. Dann wird der Wagen 13 Jahre alt sein und weil die 13 meine Glückszahl ist, wird er es sicher schaffen.

Grabberg

fc67827613b76a5Nach dem Essen mit A. gönnte ich mir noch einen Spaziergang durch und um meinen ehemaligen Wohnort Ostermundigen bis auf den Ostermundigenberg. Während der drei Jahre, die ich hier lebte, habe ich das nie geschafft. Darum wusste ich auch nichts davon, dass sich hier ein Grabstein befindet.d72ce682427e004Es ist zwar nicht das Grab, des einstigen Berner Oberförsters Karl Kasthofer (1777-1853), denn dieses ist unbekannt, aber der Grabstein, der 1992 bei Bauarbeiten im Monbijou gefunden wurde. Hier, quasi mitten in seinem Revier, hat man ihm eine Gedenkstätte eingerichtet.
Hier ein Lexikoneintrag zu Karl Kasthofer.

Ab die Kerzen

Am Sonntag war der 1. Adventssonntag. Wer nur 1. Advent sagt, wird unter Umständen von einem Sprachpuristen gevierteilt, denn als Advent bezeichnet man eigentlich die ganze Wartedauer bis zu Weihnachten. Dieses Jahr dauert diese Zeit am längsten, weil der 25. Dezember an einem Sonntag ist. Nächstes Jahr wiederum ist sie am kürzesten, weil der 24. Dezember gleichzeitig auch der 4. Adventssonntag ist. 263c62149d82bad

Dieses Jahr sind meine Adventskerzen nicht linear, sondern Rhombus-Form angeordnet.

Tavolata

Anstatt mit dem Abstimmungssonntag beschäftige ich mich noch einmal mit dem letzten Weihnachtsessen. Serviert wurde in der Form eine „Tavolata“. D.h., die Komponenten jeden Ganges kamen in kleinen Platten auf den Tisch und die Teilnehmer des Essens konnten sich die Sachen auf den eigenen Teller schöpfen und die Platte weiterreichen. So sah die Vorspeise aus:192feef1fecb228Tintenfischcarpaccio, Vitello tonnato, grilliertes Gemüse und hauchdünn geschnittener Schinken und Mortadella. Meerfrüchtesalat und Oliven waren auch noch dabei. So füllte ich mir den ersten Teller.
Als erster Gang kamen Pasta mit Pesto, Crevetten-Risotto und Steinpilzravioli. Letztere waren besonders gut. Den zweiten Gang zeige ich, wie er bereits auf meinem Teller war:9fe7f6ed3cc2fc4Loup de Mer, Rinds- und Kalbsschnitzerl, Pepperonata und Risotto. Salat und Kartoffeln kamen später. Aber weil der Geschäftführer euphorisch noch Fleisch nachbestellte, „musste“ ich noch zwei weitere Schnitzelchen vernichten.
Aus Zeitgründen musste ich aufs Dessert verzichten, aber, um ehrlich zu sein, mein Magen hätte wohl auch rebelliert.

Bier her, Bier her!

cebab70a5c584e6Mit dieser Forderung dürfte man hier im besten Falle mitleidige Blicke ernten. Obwohl das Restaurant Verdi in der unteren Berner Altstadt sicher auch Bier im Sortiment hat. Aber sicher nicht annähernd so ausgelesen wie der Rebensaft.
Mein Ex-Chef hat mir vor einer Woche angerufen und gestanden, dass man mich bei der Einladung zum Weihnachtsessen vergessen hatte. Ich war ja dieses Jahr noch angestellt und arbeite noch gelegentlich auftragsweise. Ich bin da nicht nachtragend und nahm die Einladung noch kurzfritstig an und ging am Donnerstag Abend ins besagte Restaurant. ich beschränkte mich autohalber auf ein Glas Rotwein und genoss das reichhaltige Essen.

Scheitert Europa?

Natürlich nicht, wie sollte Europa auch scheitern, denn Europa ist eine Landmasse, ein Kontinent, resp. der Teil des Kontinentes Eurasien westlich des Urals. Aber so wie fast alle Amerika sagen, wenn sie die USA meinen, sagen mittlerweile auch fast alle Europa, wenn die EU, ein wirtschaftlich-politischer Verein, gemeint ist.3e6a8ae5d0048c9

Aber natürlich geht es um das Buch „Was, wenn Europa scheitert“ von Geert Mak. Es wurde 2012 veröffentlicht und kennt noch keine Flüchtlingskrise und noch keinen Kommissionspräsidenten Juncker. Das Buch aber trotzdem noch aktuell.
Der Autor beantwortet die Titelfrage nicht direkt, sondern beschreibt die Probleme der EU, die uns auch bestens bekannt sind. Neben der Bürgerferne und dem Demokratiedefizit, richtet er den Blick auf jenen Teil der Wirtschaft, der nach seiner Meinung einen zerstörerischen Einfluss ausübt: die Finanzwirtschaft. Sie gängle die Politik, anstatt das die Politik sie kontrolliere.
Die Einführung des Euro hält er für einen Fehler und denkt, dass dieser auch wieder verschwinden könnte. Aber er hat ein schönes Bild für solche Momente: Europa (also die EU) ist eine Kathedrale mit vielen Seitenschiffen. Wenn eines davon wegen eines Konstruktionsfehlers zusammenfällt, bleibt die Kathedrale doch in ihrem Fundament erhalten und erfüllt ihren Zweck weiter. Europa (und diesmal wirklich Europa) finde sowieso nicht in Politik und Verträgen statt, sondern in den Adressbüchern der Menschen Europas. Dort wo die Telefonnummern, die Post- und Mailadressen der Freunde auf dem ganzen Kontinent notiert sind.