Knabbereien

Gleich drei verschiedene Produkte von Dar-Vida wurden mit heute vor dem Bahnhof in die Hand gedrückt. Es hätte für ein Abendessen ausgereicht, aber ich hatte schon etwas nach dem Training eingekauft. In die Stadt ging ich nur noch, um bei Coop ReKa-Checks einzukaufen, für die Verlängerung des GA. Da der Maximum-Bezug 3000 Franken ist, muss ich morgen noch einmal antreten. Dann kann ich am SBB-Schalter die Checks wieder abgeben.
Früher war die Limite übrigens bei 1000 Franken, wie ich hier beschrieben habe.

Die Uhr tickt…

…nicht mehr. Sie ist elektrisch und digital, auch die Schachuhr.
Hier ist sie auf 7 Minuten pro Spieler eingestellt, denn es handelt sich um ein Blitzturnier. Ein solches fand am letzten Dienstag in unserem Klub statt. Kaum begann das Turnier, riefen mich zwei Spieler an ihr Brett. Die Uhr zähle nicht hinunter, sagten sie. Erst wollte ich die Uhr ersetzen, dann aber ging mir ein Licht auf: sie war auf sieben Stunden, statt sieben Minuten eingestellt.
Hoffentlich korrekt eingestellte Uhren finde ich am Auffahrtswochenende in Olten. Am sog. Bundesturnier gebe ich meinen Einstand als Schachsenior. Das wird hart, denn ich bin – Oh, Schreck! – zweiter der Startrangliste.

Ein neuer See

Schönes Wetter, spontane Reise: Einen neuen See entdecken. Neu für mich jedenfalls. Eigentlich wollt ich faul sein und gemütlich mit der Brünigbahn nach Luzern fahren. Aber als der Zug den Sarner See erreichte, beschloss ich, mir diesen See von Nahem anzusehen und stieg in Sachseln aus.Nur eine halbe Stunde geht man da dem See entlang und ist schon in Sarnen, resp. beim Strandbad und der Seepromenade, wo ziemlich Betrieb war. Von hier ein Blick zurück.Schon von Sachseln aus ist mir die Kirche aufgefallen. Dominant, wie es sich bei einem katholischen Ort gehört. Also habe ich sie mir von näher angesehen.Von der Kirchterasse hat man wiederum Blick über Sarnen und Richtung Obwalden. Ich muss mir doch mal diese Berggipfelerkennungs-App anschaffen.Hier befindet sich auch ein Gedenkstein für drei französische Soldaten der sog. Bourbaki-Armee (oder ist es das Grab?).
Übrigens: Von und nach Sarnen habe ich via Brünig und via Luzern-Bern gleich lange.

Wikipedia-Artikel zur Kirche Sarnen und zur Bourbaki-Armee.

Warm und kalt

Schon war wieder höchste Zeit, die ausgeliehenen Bücher in die Bibliothek zurück zu bringen. Gemacht, getan und noch schnell ein Bildchen der Aare gemacht. Das Wasser sieht nicht nur kalt aus – es ist es sicher auch. Bis sich die Thuner Jugend von der Brücke in den Fluss stürzt um sich in die Badi treiben zu lassen, geht es noch einen Moment.

Somewhere oder Anywhere

Kürzlich habe ich in der NZZ einen Artikel über den Britischen Journalisten David Goodhart gelesen. Diesen finde ich leider nicht mehr, aber dafür diesen Artikel hier von ihm zum selben Thema, nämlich dem Brexit und der „gespaltenen“ Gesellschaft.
Er stellt die Theorie auf, dass die britische Gesellschaft (und wohl alle westlichen Gesellschaften, wenn nicht gar alle) aus „Anywheres“ und „Somewheres“ bestehen. Erstere, meist wohlhabend und gebildet, fühlen sich in ihren Kreisen überall wohl und sind nicht ortsgebunden, zweitere sind mehrheitlich an den Ort gebunden an dem sie wohnen, arbeiten und ihren (ebenfalls orstgebundenen) Freundeskreis haben. Die Somewheres machen etwa die Hälfte der Bevölkerung aus und diese haben den Brexit beschlossen.
Losgelöst vom Thema  Brexit habe ich mir über das Thema ‚Anywheres vs. Somewheres‘ Gedanken gemacht. Dieser Konflikt scheint mir gar nicht so neu. Die ersten Anywheres waren wohl die Mitglieder der katholischen Geistlichkeit, die, in einer Klosterschule ausgebildet, vom Bischof hier- oder dorthin versetzt wurden und in einer Welt der überall gleichen Rituale lebten. Sie sprachen Latein, lasen die selben Bücher und konnten sich unter ihresgleichen überall auf der Welt einleben.
Nach der Aufklärung entwickelte sich auch unter den weltlichen Gelehrten eine solche Kultur, die es heute noch gibt – nur das die Einheitssprache jetzt Englisch ist. Im 20. Jahrhundert entstand dann noch eine andere Anywhere-Kultur. Die der internationalen Konzerne.
Ich erinnere mich, als vor Jahren eine Schweizer Software-Firma von Microsoft gekauft wurde, der Chef in einem Interview freudig berichtete, dass er jetzt nach L.A. , sein Kollege nach Hongkong etc. zur Weiterentwicklung reisten. Da dachte ich sofort, dass es Microsoft wohl nicht nur darum geht, neuen Mitarbeitern tolle Berufsperspektiven zu bieten, sondern auch darum, in der übernommen Firma die alte Betriebskultur zu zerstören und aus den übernommenen Leuten Microsoftmenschen zu machen, die am neuen Ort nur andere Microsoftmenschen kennen.
Zurück zum Ursprungskonflikt: Goodhart zählt sich selbst auch zu den Anywheres und sieht diese in der Pflicht. Sie sind die Stärkeren und müssen darum mehr die Bedürnisse der Somewheres berücksichtigen. Denn, wenn einmal die ganze Welt voller frustrierter Somewheres ist, dann ist sie auch für die Anywheres nicht mehr schön wie heute.

Käferjagd

Heute hatte ich wieder einmal begleitetes Training. Die Trainierin Milica besprach mit mir das Trainingsprogramm – die meisten Geräte mach ich weiter, ein paar neue erklärte sie mir. Dabei sprachen wir auch über den GP-Bern und ich erfuhr, dass Milica als Walkerin beim Altstadt-GP war. Das wegen einer Hüftoperation. Nächstes Jahr wolle sie auch laufen, sagte sie mir.
Im Trainingsraum macht man bekanntlich keine Bilder, darum hier ein roter Käfer, den ich einmal verfolgt habe. Mit gütiger Mithilfe des Regionalexpresses Zürich-Bern

ESC III

Da habe ich ganz ungewollt den Sieger und dein Zweiten schon präsentiert. Ich könnte jetzt einfach die Dritten zeigen, das Sun Stroke Project aus Moldau, die ich auch ganz lustig fand. Aber ich will auch noch eine Frau berücksichtigen, nämlich jene aus Armenien:

Moderne Musik mit folkloristischem Einschlag kann mich immer wieder begeistern. Darum gleich weiter im Takt:

Techno-Ladies treffen Volksmusik-Orchester! Das Warten auf die Jury-Abrufe dauerte zwar eine Ewigkeit, aber dieser Interval-Act entschädigte den an neuen Tönen interessierten Zuschauer.
Als dann endlich um halb eins das Resultat bekannt war und schliesslich Salvador mit Schwester Luisa das Siegerlied noch einmal vortrug, da musste auch ich noch ein Tränchen verdrücken.