Wort für Wort

Da ein bestimmtes Thema nach wie vor Blogs und Newsportale, nicht zuletzt dank des Sommerlochs, beherrscht, habe ich ein Buch wieder hervorgenommen, das ich hier bereits einmal erwähnt habe: „Die Bibel und Ich“ von A. J. Jacobs.

Ist es möglich, alle biblischen Vorschriften in sein Leben zu integrieren, ja sogar streng nach ihnen zu leben. Es sind immerhin über 600 solche Anweisungen, die vor Allem im alten Testament zu finden sind. Über die zehn Gebote dürfte allgemein Konsens herrschen, aber dies sind auch die einfachsten.
Der Journalist A. J. Jacobs will ein Jahr lang nach Bibelvorschriften leben. Die ersten Übungen sind noch einfach: Bart wachsen lassen, keine Mischgewebe tragen (Leinen und Wolle), keine Frauen berühren, die ihre Periode haben.
Schwieriger wird es schon bei den Essensvorschriften. Kein Schweinefleisch, das kennen wir, aber auch keine Früchte von Bäumen, die weniger als fünf Jahre als sind. Heuschrecken hingegen sind immer erlaubt.
Der Autor protokolliert sein „Bibeljahr“ ebenso ernsthaft, wie humorvoll. Auch er gerät immer wieder in einen Konflikt zwischen Religion, Tradition, Vernunft und aufgeklärtem Leben.
Auch das Thema der Saison spielt eine Rolle, denn der Autor ist Vater dreier Söhne. Es war eine Mischung aus Tradition und Zuspruch der Verwandtschaft, die zur Entscheidung führen, den Kleinen zu beschneiden. Es gab auch Gegner – aus seiner jüdischen Familie. Also garantiert keine Antisemiten.
Jacobs zieht keine Bilanz, präsentiert keine „Moral der Geschicht'“. Er lässt lediglich durchblicken, dass es nach diesem Experiment mehr über Religion weiss, mehr versteht, aber deswegen nicht religiöser geworden ist. Vielleicht – und das es meine Erkenntnis – sollte, wer religiös bleiben will, sich nicht allzufest damit befassen.

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Eine Antwort zu Wort für Wort

  1. DJ Brutalo schreibt:

    Ach herrjeh, bereits beim Befolgen der zehn Gebote, würde ich mehr als alt aussehen. Gesellschaftlicher Konsens hin oder her.

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