Entscheidungen

Kürzlich ging es bei einer Plauderei um das Thema „Entscheidungen treffen“. Wir kannten alle Beispiele von Situationen, in denen man sich mit einer Entscheidung schwer tut, hin und her überlegt und sich vor den Folgen einer falschen Entscheidung fürchtet. Da fiel mir eine Geschichte ein, die uns einst der Dozent an einem Analyse-Kurs erzählte. Die ging etwa so:
„Du bekommst den Auftrag, zu einer Waldhütte am Ende einer Strasse zu gehen. Unterwegs kommst du  unter einer Eisenbahnbrücke durch, wo du den Koffer, den du bei dir hast, vergraben musst. Mach ein Kreuz an den Brückenpfeiler, zum Zeichen, dass du da warst und suche auf dem Feld ein vierblättriges Kleeblatt. Sobald du eines gefunden hast, gehst du zu der Hütte und wartest auf neue Anweisungen.“

„Du marschierst also los und kommst nach einiger Zeit an eine Strassengabelung. Ratlos stehst du dort und plötzlich erscheint Papa Schlumpf vor dir. Erschrocken fragst du: ‚Rechts?‘ – Papa Schlumpf sagt nur ‚Ja!‘ und verschwindet wieder. Du gehst rechts, kommst zur Brücke, vergräbst den Koffer, machst das Kreuz und suchst ein Kleeblatt. Mit diesem in der Tasche wanderst du weiter, kommst zum Ende der Strasse und … findest keine Hütte. Du bist also auf dem falschen Weg und musst zurück zur Gabelung.“
Jetzt kommt die Lektion, nämlich die Betrachtung, was man tun muss, wenn man einen falschen Weg zurückverfolgt:
1. Der Koffer steht für Dinge die man rückgängig machen muss. Er ist am falschen Ort und so muss man ihn wieder ausgraben und mitnehmen.
2. Das Kreuz steht für irrelevantes. Man muss es nicht auslöschen, denn der Kontrolleur, der einen verfolgt, kommt ja nicht hier vorbei und für Aussenstehende hat das Kreuz keine Bedeutung.
3. Das Kleeblatt steht für im positiven Sinne erledigte Dinge. Es weg zu werfen und am anderen Ort wieder mühsam eines suchen wäre dumm.
Diese Methode heisst „Backtracking“ oder angesichts des wieder ausgegrabenen Koffers auf gut Berndeutsch „Dräck päcking“ und ist Teil der strukturierten Programmierung. Man soll die erhaltenen Daten erst einmal auf einen bestimmten Weg schicken und erst dann, wenn es sich erweist, dass sie eine andere Behandlung benötigen, sie mit der Methode des Backtrackings umleiten.
Das Backtracking kann man vielleicht nicht gerade 1:1 auf das Alltagsleben übertragen, aber das Prinzip sicher schon: Lieber mal den falschen Weg einschlagen, als am Scheideweg versauern.
Auch Natacha fragte sich schonSölli, sölli nid?

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3 Antworten zu Entscheidungen

  1. Bobsmile schreibt:

    Hm, für mich hakt der Vergleich mit dem vierblättrigen Kleeblatt und dessen Symbolik. Denn wenn ich den falschen Weg einschlage, habe ich letztendlich wedera) die Aufgabe erledigt, nochb) Glück gehabt.Aber klar, im Sinne der Aufgabe wäre es wirklich doof, es wegzuwerfen, hrhr.In diesem Sinne, allzeit viel Erfolg auf deinen eingeschlagenen Wegen, möge sich am Ende immer eine Hütte finden.Gruss Bobsmile

  2. Martin Winter schreibt:

    @bobsmile Danke für die guten Wünsche.Ich denke, dass das Kleeblatt hier nicht als Glückssymbol dient, sondern für eine eher mühselige Teilaufgabe steht, deren Resultat man möglichst nutzen sollte.

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