Taktik

Da gibt es zu meinem vorletzten Artikel einen Kommentar von Frau Frogg mit der Bemerkung, sie werde wohl ja sagen zu Preiserhöhung der Autobahnvignette, da die Sache ziemlich sicher abgelehnt würde. Das bringt mich zu einer Frage, die ich mir öfters bei Abstimmungen stelle. Wie soll man stimmen?
Nicht im Sinne von ja oder nein, sondern im Sinne von purer Überzeugung oder Taktik. Angenommen man kommt bei der Prüfung der Unterlagen zum Schluss, dass eine Vorlage nichts taugt, obwohl einem das Grundanliegen sympathisch ist. Kommt dazu, dass die Gegner schlecht argumentieren. Wenn man jetzt von einer Ablehnung ausgeht, wäre es doch reizvoll, ja zu stimmen. Einerseits als Protest, andererseits als Ermunterung an die Politik, das Ziel in den Augen zu behalten. Ein taktisches Ja, also.
Heikler ist ein taktisches nein, weil ein Nein sich meist unter jenen aufteilt, denen die Vorlage zuweit geht und jenen, denen sie zu schwach ist. Je nach dem, wie die Politik den Nein-Anteil interpretiert, hilft man dann den Falschen.
Man sieht, taktisches Abstimmen kann auch daneben gehen. Ausserdem gibt es noch ein quasi moralisches Argument dagegen. Gerade der „einfache“ Stimmbürger beklagt sich gerne über Verlogenheit und Heuchelei in der Politik. Wenn es den so wäre, dann sollte man sich nicht auch noch daran beteiligen. Darum plädiere ich für ehrliches Abstimmen!

Plakat

In der nächsten Morallektion überlegen wir uns, ob die Aussage des Plakates links als rassistisch bezeichnet werden muss.

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2 Gedanken zu “Taktik

  1. Hm. Interessante Überlegungen! Ich muss gestehen, ich stimme häufig taktisch – aber (glaube ich jedenfalls) in der Regel Ja. Das taktische Nein finde ich aus ähnlichen Gründen wie Du problematisch. Und ich werde wahrscheinlich weiter taktisch stimmen, von wegen Ziel in den Augen behalten und so. Ich finde im Grundsatz auch nicht, dass Politik ein verlogenes Geschäft ist (auch wenn es ein paar Politiker als verlogene Bastarde betiteln würde, aber ich sage jetzt nicht, welche). Ich halte es mehr mit dem Grundsatz: Politik ist die Kunst des Möglichen.

    1. Ich sehe Politik auch als Kunst des Möglichen und bin deshalb auch nicht „politikverdrossen“, aber nicht aktiv. Taktisch oder nicht? Ich werde mich wohl erst im letzten Moment entscheiden.

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