Was man nicht wissen sollte

Wenn man so in den Zeitungen blättert – in den Gratiszeitungen, aber auch in den anderen – oder im Internet auf Blogs, Twitter oder Facebook herumschnüffelt, fragt man sich manchmal: „Haben die nichts gescheiteres, um darüber zu schreiben?“ oder „Muss ich das wirklich alles wissen?“
Die schlechte Nachricht ist: Sie haben nichts gescheiteres. Die gute ist: Man muss das wirklich nicht wissen. Man muss den „Star“, der kürzlich die Hosen heruntergelassen hat, nicht kennen, denn er ist sowieso nur ein Star, weil die Medien so begierig darauf gewartet haben, dass ebendies passiert. Ebenso wenig muss man die TV-Sendung gesehen haben, wo sich die gegnerischen Parteien – seien es politische, oder private – angeschrien haben.
Nur, wie geht man damit um, wenn die anderen davon reden und man anscheinend alleine mit seiner Unwissenheit ist? Man kann natürlich den anderen zeigen, dass es unter der Würde eines gebildeten Menschen ist, sie da auszukennen, was vermutlich eher schlecht ankommt. Dann gibt es die philosophische Variante: Man redet mit (man hat ja sowieso das eine oder andere mitbekommen), aber aus der Beobachterwarte. Man diskutiert, warum sich die Leser oder die Journalisten für hosenverlierende Skandalnudeln interessieren. Oder was es für die Demokratie bedeutet, wenn ihre Exponenten in Schreishows auftreten.
Ganz Mutige können auch auf naiv machen. Sie können mit grossen Augen nachfragen, was den diese skandalösen Ereignisse für die Zukunft des Planeten bedeuten. Sind es Vorboten einer kulturellen Revolution? Oder ein Ausdruck der Klimaveränderung? Müssen wir alle sterben? – Ok, letzteres sowieso. Aber ist es wirklich wegen … aber halt, offiziell weiss ich natürlich nichts davon!

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2 Gedanken zu „Was man nicht wissen sollte

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