Gehundete Sprache

Bei den Themen Feminismus und Gender-Studies bin ich sehr, sehr vorsichtig, zumal ich mich zu 99% als nicht betroffen betrachten kann. Manchmal treibt die Diskussion aber Blüten, die ganz sonderbare Assoziationen in mir wecken.
Der Sprachwissenschafter Anatol Stefanowitsch beklagte sich darüber, dass die deutsche Wikipedia vorwiegend von Männern geschrieben wird. Wo ist das Problem? – kann man sich da fragen. Die Relativitätstheorie oder die Pflanzenwelt Madagaskars bietet sich ja Männern und Frauen gleich an. Aber Stefanowitsch geht es noch um mehr. Diese Wikipedia-Autoren sind vorwiegend der Meinung, man dürfe das sogenannte „generische Maskulinum“ verwenden, also Studenten, Politiker, Arbeiter sagen, wenn beide Geschlechter gemeint sind. Das kann man falsch finden und Stefanowitsch findet es so falsch, dass er meint, man könne genau so gut Hund für Hunde und Katzen sagen. Man merkt hierbei den Geisteswissenschafter, für den die übertragene Bedeutung von Worten wichtiger ist, als der Gegenstand, resp. das Lebewesen, welches dahinter steckt. Der Naturwissenschafter in mir denkt, dass sich Hunde und Katzen doch mehr voneinander unterscheiden, als männliches und ein weibliches Exemplar der Art Homo Sapiens.
Hunde und Katzen sind definitiv Raubtiere. Und wie im Raubtierkäfig fühlt man sich schnell einmal, wenn man sich in die Gefilde der patriarchalen, matriarchalen, geschlechtsneutralen (oder sonstwie) Sprache wagt.

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Eignet sich, trotz Kuschelfaktor, nicht als Oberbegriff für Katze.

Der Artikel von Anatol Stefanowitsch und eine spöttische Entgegnung.

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