Ess-Schreck

Essen und trinken sind nicht nur auf meinem und vielen anderen Blogs immer wieder Thema, auch die Massenmedien beschäftigen sich gerne damit. So auch letzte Woche:

beobachter

Der grosse Aufreger, die es sich „20 Minuten“ vieleicht erhoffte, wurde ihre Schlagzeile zwar nicht, aber immerhin gelang es ihnen ein paar Ernährungsexperten die erwarteten Statements zu entlocken. Darunter der schöne Satz, man müsse die Kinder zu „gesundem Essen erziehen“. Das ist ja nicht falsch. Aber – ich wage mich da als Kinderloser zu diesem Tipp – Kinder lernen immer noch am besten durch das Beispiel. Wenn Papa einen Hamburger und Mama Pizza isst, dann ist es sehr unwahrscheinlich, dass sich die Kinder mit einem Gemüseteller zufrieden geben. Da erscheint mir Pizza und Salat für alle und eine gut gefüllte, den ganzen Tag zugängliche Fruchtschale effektiver.
Gleich in die Horrorkiste greift der Beobachter, wenn er uns Zucker als „süssen Killer“ präsentiert. Wenn man den Text liest, merkt man, dass diese heimlichen Zuckerlieferanten vor allem die Fertigprodukte sind. Um die Gefahrenzone zu umreissen, konstruiert man drei Konsumtypen – den normalen, den bewussten und den süssen – und unterschiebt ihnen, sich vorwiegend von solchen Produkten zu ernähren. Auch trinken alle den Kaffee mit Zucker.
Nun, Zucker, ob versteckt oder offen, ist ja schon seit Jahrzehnten ein Thema. Der Aufruf, weniger davon zu verbrauchen und möglichst viele Frischprodukte zu konsumieren, ist nicht neu und könnte sicher auch ganz nüchtern präsentiert werden. Das Ganze in einen Horrorgeschichte zu verpacken, führt höchstens dazu, dass sich der Leser nachher mit ein bisschen Schokolade beruhigen muss.

Der Artikel in 20 Minuten und jener im Beobachter.

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2 Antworten zu Ess-Schreck

  1. Bobsmile schreibt:

    Sommerloch, und schon sind die wichtigsten Nebensächlichkeiten wieder auf allen Medienkanälen vertreten. Gesundes Essen, was heisst das? Für mich ist alles eine Frage des Masses. Und klar, wir Erwachsenen spielen Vorbild. Also ich hol mir jetzt einen ungesüssten Espresso, schwarz, und dazu einen Schokoriegel …

  2. tinuwin schreibt:

    Auch Genuss gehört zum Vorbild 😉

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