Rom (3/3)

Mittwoch, 17. September: Tivoli und Kirchen

Tivoli ist, neben vielem, ein Vorort von Rom. Ein Dorf auf einem Vorhügel des Apennins, ideal als Sommersitz für reiche Römer. Solche waren auch die Familie d’Este, die der Welt im 16. Jahrhundert auch zwei Kardinäle beisteuerte. In dieser Zeit entstand auch die Villa d’Este, ein Haus mit Garten, aber was für einer: Ein Schlossgarten mit einer Unzahl Wegen, Hecken und – das vor allem – Brunnen. Dieser hier betreibt sogar eine Orgel, die jeden Morgen für fünf Minuten in Betrieb gesetzt wird.

DSCN0742Während die heutigen Besucher den Park via die Villa betreten, war früher der Eingang am untersten Punkt des Gartens, so dass die Besucher erst den Park durchschreiten und sich schliesslich über Treppen und Schrägwege das Erreichen der Villa quasi verdienen mussten. Wir hingegen begannen, wie gesagt, im Haus und bewunderten erst die bemalten Wände der Gemächer. Nicht vergleichbar mit der sixtinischen Kapelle. Dies war Gebrauchskunst der damaligen Zeit: Landschaften, Porträts oder mystische Motive, wie diese Venus – garantiert nicht von Botticelli:

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Der Garten ist auch voller antiker Skulpturen. Diese kommen gleich aus der Nachbarschaft, dem Palast Kaiser Hadrians. Die Archäologie der damaligen Zeit bestand ein erster Linie aus dem ausgraben römischer Skulpturen um die eigenen Gärten zu verschönern.
Hadrian, auf italienisch Adriano, hat sich eine grosse Palastanlage geleistet, für sich und seine Gäste. Leider ist nicht mehr viel übrig, aber allein dieser Karpfenteich, der ursprünglich von einem Säulengang umgeben war, lässt erahnen, wie verschwenderisch hier angerichtet wurde.

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Es gibt noch eine grössere solche Anlage und diverse Paläste und Gästehäuser und…. und alles mit Mosaiken, sofern sie noch vorhanden sind. Bekanntlich gehörte auch das Badehaus zu den unerlässlichen Einrichtungen einer römischen Anlage. Da ist interessant, dass es hier nicht nur ein Privatbad für den Kaiser und eines für die Gäste gab, sondern auch eines für die Sklaven. Mehrere tausend sollen hier beschäftigt worden sein. Wenn die Sklaven somit auch sauber waren, hiess das noch nicht, dass sie auch durch die Parks wandeln durften. Die Anlage ist voller unterirdischer Gänge, über die die verschiedenen Gebäude vom Dienstpersonal bedient wurden.
Gerne hätten wir uns gut 1900 Jahre „zurückgebeamt“, um nur kurz Gast bei Hadrian zu sein und die Anlage ein der ganzen Pracht zu sehen. Aber wir mussten uns damit begnügen, bei der Rückfahrt davon zu träumen

Zurück in der Stadt, führte uns unsere Leiterin noch einmal in den Vatikan. Gleich neben unserem Hotel – in die Kirche Santa Maria Maggiore, die dem Vatikan gehört und darum exterritorial, also vatikanischer Boden ist. Dasselbe gilt für die Kirche San Pietro in Vincoli (Sankt Peter in Ketten), wo wir noch die Mosesskulptur Michelangelos bewunderten. Zwei Dinge fallen auf: Moses hat Hörner, was auf einen Übersetzungsfehler des alten Testaments zurückgeht und der Papst, dessen Grabmal die Skulptur hätte sein sollen, wird in legerer Pose dargestellt.

Nach dem Kirchenmarathon kam noch das Farewell-Dinner. In einem typischen Lokal ein nettes italienisches Essen mit Spaghetti, Schweinsbraten und Tiramisu. Und günstiger Hauswein. Kein schlechtes Essen, aber nichts besonderes.

Donnerstag, 18. September: Arrivederci Roma

Das ist schnell erzählt: 9 Uhr Frecciarossa nonstop nach Mailand. Dann Cisalpino bis Brig und dort noch einmal umsteigen bis Spiez. Um halb vier hatte ich noch bequem Zeit, noch etwas einzukaufen.

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4 Gedanken zu „Rom (3/3)

  1. Hausfrau Hanna

    Ich hoffe,
    lieber Tinu,
    dem Papst hat damals seine Skulptur als Grabmahl genauso gut geschmeckt, wie dir das italienische Essen (Spaghetti, Schweinsbraten und Tiramisu, etc.)… 😉

    Aber sonst waren deine Berichte einwandfrei, ich habe sie mit grossem Vergnügen gelesen und sage ein herzliches ‚Grazie tanto!‘

    Hausfrau Hanna

    Antwort

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