Sommerzeit

Keine Angst, das wird kein Artikel für und wider die Sommerzeit, dazu gibt es bereits genug Studien und Gegenstudien. Ich will nur über meine Erlebnisse mit der Zeitumstellung berichten. Die erste Begegnung mit der Sommerzeit hatte ich 1974 in Irland. Ich bemerkte sie, indem ich sie gerade nicht bemerkte, d.h. die Uhr nicht umstellen musste. Richtig bewusst wurde mir die Sache dann, als wir französisches Fernsehen schauen konnten. Die Filme auf France 3 kamen bereits um 19h30, was ich und meine Eltern sehr schätzten. 1980 war schliesslich das Jahr der Zeitinsel und das Spielchen lief auch mit ARD, ZDF und ORF. Seit 1981 sind wir in der Schweiz „gleichgeschaltet“ und ich kam so auch in den Genuss der Sommerzeit. Wie viele Junge fand ich das toll. So reichte es gut, nach Uni oder Büro noch ins Strandbad zu gehen. So wurde die Sommerzeit Routine und nur die Verlängerung auf Ende Oktober (ab 1990) fand und finde ich fragwürdig. IMG_3996 Heute ist mir die Sommerzeit eher gleichgültig. Das hat sicher damit zu tun, dass ich mit meinem 80%-Pensum weniger auf der Jagd nach freien Sonnenstunden bin, aber auch damit, dass ich nicht mehr in der Stadt wohne, wo man auch wochentags noch schnell in ein Café sass und den lauen Sommerabend genoss. Vielleicht liegt es aber auch schlicht am Alter. Jedenfalls leide ich nicht an Jetlag, Migräne oder gar psychischen Problemen, weil wir die Uhr eine Stunde vorgestellt haben. Ich kann den Leuten, die klagen, natürlich nicht absprechen, dass sie etwas fühlen. Aber ich habe den Eindruck, dass es mit der Zeitumstellung ähnlich ist, wie mit dem Vollmond oder Freitag dem Dreizehnten. Da man um das Ereignis weiss, führt man irgendwelche Unannehmlichkeiten darauf zurück. Und zweimal im Jahr mit Grund jammern können, ist ja auch etwas.

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