Tinus Wege

In einer Artikelserie habe ich eine Art Memoiren geschreiben. Sie handeln aber nicht von den Highlights des Lebens, sondern von etwas ganz und gar alltäglichem: Den Schul- und Arbeitswegen.

Mit diesem Bild illustriere ich in Facebook mein Geburtsdatum.

An dieser Strasse verlebte ich meine ersten beiden Lebensjahre. Die Umgebung erlebte ich damals nur vom Kinderwagen aus und ich habe auch keine Erinnerung mehr daran. Meine ersten eigenen Wege ging ich erst von der nächsten Adresse aus. Dieses Gebäude wurde kurz nach meiner Geburt gebaut – wir waren Erstmieter – und wurde „Belvedere“ genannt.

Block Ländtestrasse

Heute würde ich am liebsten zuoberst wohnen. Dort hat man den Ausblick über die Stadt und über den See – dort macht also der Name am meisten Sinn. Aber meine Eltern wählten den ersten Stock, was für ein Kind auch bequemer ist. Vorerst waren aber noch zwei Dinge wichtig. Erstens war die Wohnung gross genug, damit mein Vater seinen Coiffeursalon darin einrichten konnte. Ich gehörte zu den Kindern, die ihrem Vater bei der Arbeit zuschauen konnten. Zum Zweiten wohnte die Grossmutter nur einige 100 Meter entfernt. Das Hüten war so gesichert. Häufig ging sie mit mir auf den damals noch kleineren Strandboden. (Hier ein Bild vom Pavillon aus). Ich erlebte mit ihr die „Seegförni“ und auch einmal einen Sturm, bei dem die Wellen auf die Ufermauer prallten und Weg und Spaziergänger einnässten. Manchmal führte der Weg vom Strandboden auch an dieser Linde auf dem Krautkuchen (fragt mich nicht, warum das so heisst) vorbei, wo wir tatsächlich Lindenblüten auflasen, aus denen meine Grossmutter Tee machte. So hielt man es damals mit der Lebensmittelhygiene.

Lindenbaum auf dem Krautkuchen

Aber irgendeinmal war es mit den Spaziergängen mit der Grossmutter vorbei und ich musste selbstständig werden: Der Kindergarten war angesagt. Dieser war zwar sehr nah, an der Zihl, aber ich musste die verkehrsreiche Ländtestrasse überqueren. Meistens begleitete darum mich mein Vater. Im Quartier zwischen Kindergarten und Schiffshafen jedoch, konnte ich mich mir meinen neuen Kameraden ungehemmt herumtreiben. Während meiner Kindergartenzeit hatte ich Mumps. Kurz vor meiner Einschulung erwartete mit eine andere Krankheit mit M … Meningitis.

Den berühmten ersten Schultag verbrachte ich somit in der Quarantänestation des Kinderspitals. Die Hirnhautentzündung und, als Supplement, Bauchspeicheldrüsenentzündung machten dies notwendig. Ich hatte Glück im Unglück, denn ein gleichaltriger Leidensgenosse war im selben Zimmer. So hatten wir es lustig miteinander und winkten fröhlich unseren Eltern hinter der Scheibe zu, wenn sie uns besuchten. Mit etwa einem Monat Verspätung, lernte ich diesen Schulhof und das dazugehörige Schulhaus an der Plänkestrasse kennen.

Schulhof Plänke

Ok, kein besonders schöner Ort, aber eine schöne Zeit mit Rechnen und Lesen lernen mit Fräulein (!) Thierstein. Mein Schulweg führte mich von unserem Block unter der Bahnlinie nach Neuenburg hindurch, dann dem Schüsskanal entlang und am Amtshaus vorbei. Hier konnte ich bereits meine spätere erste Wohnung und das Gymnasium sehen. Davon wusste ich aber damals noch nichts, wie es mir auch nicht bewusst war, dass ich am Rande des Stadtzentrums wohnte, zwischen See und Bahnhof und dass mich eigentlich jeder Gang zur Schule bereits zu dem machte, was ich auch heute noch bin: Ein Städter.

Meine Spielplätze waren die Strassen, die Hinterhöfe, die Parks oder auch die Rangiergeleise hinter dem Bahnhof. Dort, wo jetzt ein Altersresidenz steht. So treffen sich Vergangenheit und Zukunft.

Eine Zukunft, die noch weit war, als mein Vater sein Coiffeurgeschäft aufgab. Er fand eine Stelle bei der Stadt und wir suchten und fanden eine kleinere Wohnung. Ich war neun und hatte ein neues Quartier zu erforschen. Dank Trottinett wurde mein Aktionsbereich grösser. Aber zum herumtollen brauchte ich nicht weit zu fahren, denn gleich gegenüber unserer neuen Wohnung war die Gewerbeschule und davor eine grosse Wiese. Und am Dienstag bekam ich jeweils fünfzig Rappen mit denen ich zu diesem Kiosk pilgerte. Ja, es gibt ihn noch:

Quartier

Heute ein Imbisstand für die Berufsschüler – die Gewerbeschule heisst heute Berufsbildungszentrum – früher aber ein Zeitungskiosk, wo ich mein Micky-Maus-Heftchen kaufte. A propos Gewerbeschule: Gleich bei unserem Block stand ein Pavillon, was ein beschönigender Begriff für ein Provisorium ist, wo die Kunstgewerbeschüler ihre Ateliers hatten. Wir neugierigen Kinder gingen einfach hinein und schauten ihnen beim arbeiten zu und keiner verjagte uns.

Ich ging natürlich auch zur Schule. Ein Schulhaus mit einem viel versprechenden Namen: Champagne.

Champagne ist unter anderem ein Bieler Quartier. In die Champagne-Schule zu gehen war somit nichts besonderes. Sie hätte genau so gut Gurzelen heissen können, wie das Fussballstadion nebenan oder der grosse Platz davor, auf dem im Frühling der Zirkus Nock und im Herbst der Zirkus Knie sein Zelt auf schlug. Was mir von diesem Schulhof in Erinnerung geblieben ist, sind eine Eibe, in deren Beeren man nicht treten sollte und eine moderne Metall-Skulptur:

Champagne

Die Skulptur ist betretbar. Man steht darin auf einem Podest wie im Führerstand eines … Raumschiffes. So durchquerten wir noch vor Captain Kirk jeweils in der grossen Pause die unendlichen Weiten des Weltalls.

In der dritten und vierten Klasse lernten wir u.a. wie man ein Butterbrot macht. Und zwar ganz von vorn: Säen, ernten, dreschen – alles in des Lehrers Garten – dann das Korn malen, den Teig machen und das Brot im Holzofen backen. Am grossen Tag mit einem Handmixer Rahm zu Butter verarbeiten und dann eben das Butterbrot geniessen, mit einem Schluck Molke.

Nach der Champagne kam ein neuer schöner Schulhausname ins Spiel: Sonnenfeld, die Sekundarschule. Aber nur provisorisch für ein Jahr, denn die Sekundarschule von Mett war noch in Bau. Bieler werden sich jetzt fragen, warum Mett? Tja, die Familie W. hat schon wieder gezügelt und wird während Tinus Sekundarschulzeit noch zwei weitere Male die Wohnung wechseln. Das Schulhaus, das Sahligut, hingegen blieb für mich vier Jahre lang dasselbe. Im Schulzimmer oben rechts:

Sahligut

Das davor ist nicht nur ein Sportplatz, sondern auch das Dach Zivilschutz-Quartierzentrums. Während der Bauzeit schlichen wir uns – natürlich illegal – noch auf der Baustelle herum, später, als Dienstpflichtiger, lernte ich die Anlage auch von innen kennen.

Als Sekundarschüler hatte man endlich auch ein Fahrrad und konnte damit Orte erreichen, wo man sicher vor den Erwachsenen war. Der nahe Wald oder, wenn es besonders weit sein musste, das Häftli, die stillgelegte Aareschlaufe in der Nähe von Büren. Dort konnte man philosphieren, rauchen, verbotene „Literatur“ lesen und was man sonst in diesem Alter gerne macht.

War es einst die Aufklärung, die die Menschen von der Fuchtel der Kirche befreite, war es in meiner Schulzeit die Kirche, die uns aufklärte. Und das ausgerechnet im Calvinhaus, benannt nach dem Taliban der Reformation. In diesem Haus gab es auch einen Jugendkeller wo man samstags bis zu einer bescheidenen Nachtstunde tanzen konnte.

In diesem Calvinhaus fand auch unsere Konfirmation statt. Unser Pfarrer hatte einiges organisiert. Eine Puppenspielgruppe führte das Gleichnis vom verlorenen Sohn auf und wir waren in Nebenrollen mitbeteiligt. Wir hatten auch noch weitere Aufgaben, so durfte – oder musste – ich die Einladung zum Abendmahl vortragen. Der ganze Gottesdienst war somit unserer Konfirmation gewidmet und ich dachte darum, dies sei normal. So war ich sehr enttäuscht, als meine Nichte bei einem normalen Sonntagmorgendienst konfirmiert wurde.

Die Konfirmation wird von vielen als erster Schritt ins Erwachsenenleben betrachtet. Dazu würde auch der Antritt einer Berufslehre gehören, aber ich zögerte diese Schritt noch hinaus – ich ging ans Gymnasium. In den Affenkasten!

Hier thront das Gym über der Stadt, nur wenige hundert Meter von meiner ersten Primarschule entfernt. Über dem Haupteingang in das Gebäude sind Tierskulpturen zu sehen. Unter anderem auch Affen, daher der Spitzname.

Seit das neue Gymnasium am Strandboden steht, heisst es Gymnasium Alpenstrasse und diese Alpenstrasse, sowie den restlichen Weg überwand ich als Gymeler mit dem Mofa.

Die Art, wie ich ans Gym kam, war ziemlich exklusiv. Wir waren drei Jungs aus derselben Klasse, die nicht nur von der Neunten ans Gym, sondern auch noch direkt in die Tertia übertreten wollten. So mussten die Gymlehrer nur für uns drei eine Prüfung veranstalten. Nicht nur wir drei, auch unsere Lehrer strahlten, als der positive Entscheid kam.

Gym AlpenstrasseDas Gym Biel, das deutsche Gymnasium und das Gymnase français, befand sich also über der Stadt. Das durfte aber weder die damaligen Schüler noch die heutigen Leser zur Annahme verführen, dass die Gymnasiasten über den anderen stünden. Viele von uns waren, wie ich, Kinder von Arbeitern und Angestellten, denn Biel, die Arbeiterstadt, war kein Cliché.

Klar, die Kinder aus besserem Hause gab es auch. Sie kamen im Jahr vor der Matur nicht mehr mit dem Moped, sondern mit dem Auto. Aber ich will nicht von deren, sondern von meinem Arbeits-, pardon, Schulweg erzählen. Viereinhalb Jahre Töffli im Sommer, Bus im Winter. Letzterer nur bis zur Altstadt, zur Mühlebrücke, dann zu Fuss an der bekannten Ingenieurschule vorbei die Alpenstrasse, fast eine Bergstrasse, hinauf.

In meiner neuen Klasse lernte ich zwei Kollegen kennen, die Schach spielten. So kam ich in den Schachklub und mein Heimweg führte Donnerstags nicht mehr direkt nach Hause. Erst ins Tea-Room Alba, das uns bald rauswarf und zu einer Disco mit Postillon d’Amour wurde. Dann der Cercle d’Union, den ich noch von den Singvogelaustellungen her kannte, zu denen ich damals meine Grossmutter begleitete. Aber ich versuchte mich auch in Bewegungssport – ich nahm einen Fechtkurs. So kann ich wenigstens ein Florett in die Hand nehmen.

Dünn wie ein Florett war leider mein Notenschnitt, so dass ich mir an der Maturprüfung keinen Ausrutscher leisten konnte. Der kam aber trotzdem und ich bestand wegen eines einzigen fehlenden Punktes nicht. Eine „Ehrenrunde“ war angesagt.

Zwanzig musste man anno 1977 noch werden, um volljährig und stimmberechtigt zu sein. Mit zwanzig bestand ich die Matur im zweiten Anlauf und in diesem Jahr wechselte ich meine dicke Brille gegen Kontaktlinsen ein. Und in Bern musste ich als erstes hierhin:

Uni Engehalde

Aber das ist doch gar nicht die Uni! Tja, ich war ja auch etwas erstaunt, als ich las, dass ich mich im alten Tierspital anmelden solle. Rechnet man auch weit nach dem Ende der Aristokratie damit, dass die Studenten zu Pferde kommen? Natürlich nicht! Alte Gebäude werden eben oft auch nach der Zweckänderung noch nach dem genannte, was sie mal waren. 1977 war dies das Sekundarlehramt und heute ist es, mit Neubauten, die Uni Engehalde.

In der Engehalde hatten wir nur Fachdidaktik. Die Fachvorlesungen fanden in den jeweiligen Instituten statt. Pädagogik gab es im Hauptgebäude, Mathematik und Physik im Institut für exakte Wissenschaften, Geographie im Institut an der Hallerstrasse und auch die Neufeldturnhalle lernte ich kennen, denn jene angehenden Sekundarlehrer, die nicht Sport als Fach hatten, mussten eine wöchentliche Sportstunde – mit Testatpflicht – belegen.

Der anstrengenste Sport den ich betrieb war das „auf den Zug rennen“. Die Strecke Biel – Bern war zwar eine der ersten mit Taktfahrplan, aber das hiess ein Schnellzug und ein Regionalzug pro Stunde, morgens und abends einer extra. Wenn eine Vorlesung bis 18 Uhr ging und der Zug um 18.05 fuhr, dann war ein Spurt angesagt.

Gespurtet wurde, unter anderem, aus diesem denkmalgeschützten Gebäude.

Geologisches Institut

Das geologische Institut und vier weitere beherbergt dieser Bau. Die Ausbuchtungen oben sind die Hörsäle und im vordersten auf dem Bild sass ich zwei Semester lang in einer Geologievorlesung. Eigentlich ein ganz kleiner Teil meines Studiums, aber noch lebhaft in Erinnerung – wegen des Gebäudes und vielleicht auch, weil sie eine Replika des Archäopteryx im Treppenhaus hatten.

Geographie war mein Lieblingsfach und ist es bis heute. Auch meine letzthin neu erwachte Wanderlust ist in erster Linie eine geographische. Nichts gegen Blumenwiesen und Waldesruh, aber mich interessieren Oberflächenstrukturen, Flussläufe und Siedlungsformen mehr.

Gleich zu Beginn des Studiums machten wir einige Exkursionen. Die Stadtexkursion, mit Start im Rosengarten mache ich auch heute noch – mal alleine, mal mit Besuchern. Als Beispiel für das moderne Bern besichtigten wir das Tscharnergut. Daher kam ich schon früh auf die Idee, dass ich einmal in Bern-West wohnen wollte.

Aber meine erste eigene Wohnung war noch in Biel. Durch Vermittlung eines Kollegen fand ich mitten in der Stadt eine kleine Dachwohnung in einem dem Abbruch geweihten Haus. Für 250 Franken – das war auch 1982 sehr günstig. Und die Aussicht war auch nicht schlecht:

Unt. Quai

Man muss sich die Aussicht jetzt von der Höhe des dritten Stocks vorstellen. Ausserdem war diese Wohnung nur fünf Minuten vom Bahnhof entfernt und nah war auch sonst alles, was die Stadt so hergibt: Läden, Kinos, Restaurants. Dazu kam, dass auch unser Schachlokal wieder zentraler gelegen war, erst das Farelhaus, dann das Kongresshaus.

Aus mir wurde kein Lehrer, sondern ein Informatiker und Bern wurde vom Studienort zum Arbeitsort – Arbeit neu in dem Sinne, dass ich damit Geld verdiente. Ich blieb vorerst Bahnpendler, las aber im Zug nicht mehr Vorlesungsscripts sondern Zeitung. Wohnte ich in Biel jetzt nah beim Bahnhof, musste ich in Bern an den Stadtrand fahren, mit dem Tram 3 ins Egghölzli. Das waren noch die grünen Anhängerkompositionen mit den hohen Einstiegen und den Holzsitzen.

Der Zeitpunkt an dem das Haus in Biel abgerissen werden sollte rückte näher und ich schaute mich nach einer Wohnung in Bern um. Ich bin nicht der Typ, der gross Beziehungen nutzt, aber in diesem Fall war ich froh, hatte mein Bürokollege Kontakt mit einer grossen Immobilienverwaltung. So konnte ich mir bald eine kurzfristig gekündete Zweizimmerwohnung anschauen.

Gäberlbach

Gäbelbach, Block C, im neunten Stock, wo dieser waagrechte Einschnitt ist, die zweite von rechts. Ungefähr dort, wo ich stand, um dieses Bild zu machen, war damals die Wendestelle von Bus 14. Ich durfte wieder Trolleybus fahren – ich bin Trolleybusfan. Das kommt wohl daher, dass in Biel alle wichtigen Linien Trolleybusse sind und ich so daran gewöhnt bin. Heute ist der Trolleybus in Bern auf dem Rückzug, aber in meiner Gäbelbachzeit kam ich voll auf meiner Rechnung.

Hier in Bern-West begann ich mit etwas, das ich als Jugendlicher gehasst habe: Sonntagsspaziergänge. Ich erforschte alle Quartierstrassen und Waldwege in Bümpliz und Bethlehem. Bei fast jedem Wetter und meist mit dem Walkman – dem Radiowalkman und liess mir vom damaligen Radio ExtraBe erzählen, ob in der Stadt noch irgendetwas los war.

Kein übler Ort zum wohnen … aber trotzdem machte ich mich schon nach zwei Jahren wieder auf die Suche.

Attika-Wohnungen, das sind die teuren Wohnungen zuoberst für die Reichen, so dachte ich als Kind. Endlich erwachsen, also dreissig, war ich auch „reich“ genug mir eine solche Attika zu leisten. Nichts grosses – zwei Zimmer, aber mit grossem Balkon über den Dächern von Ostermundigen.

Ein Wohnhaus mit integriertem Einkaufszentrum. Nicht, dass der Coop-Eingang auch der Hauseingang wäre, aber von der Einstellhalle gibt es tatsächlich einen direkten Zugang zum Wohnhaus, so dass man in den Pantoffeln einkaufen gehen könnte. Das tat ich jedoch nie.

Für meinen Arbeitsweg von Ostermundigen ins Murifeld hatte ich zwei Varianten. Mit dem Bus via Zytglogge oder der direkte Weg zu Fuss oder mit dem Fahrrad. Die letzte Variante war klar der schnellste. Allerdings musste ich mir wieder ein neues Fahrrad kaufen, denn das letzte war gestohlen worden. Nicht etwa irgendwo in der Stadt, sondern aus dem Veloraum im Gäbelbach.

Auch mein Arbeitgeber erwies sich als zügelfreudig und verlegte uns nach Münsingen. So erwies sich der Standort meiner Wohnung gleich beim Bahnhof als ideal. Seit kurzem war auch die erste S-Bahn-Linie, eben die S1, in Betrieb, die ich bis heute regelmässig benutze. Bis zu Niederflurwagen und Klimatisierung verging aber noch einige Zeit. Ich war sehr zufrieden in Ostermundigen – Lage, Wohnung, alles war bestens. Und wenn ich gewusst hätte, dass in ein paar Jahren mein Arbeitsplatz ganz in der Nähe sein würde … aber eben.

Noch als mein Arbeitsplatz in Münsingen war, beschloss ich, was ich bereits in diesem Artikel beschrieben habe: Ich zog ins Oberland.

Seit ich meinen Wohnsitz ins Diemtigtal verlegt habe, änderte sich bei meinem Arbeitsweg nur noch der eine Endpunkt. Erst Münsingen (S1 oder Schnellzug), dann der Egelberg (Schnellzug und Linie 12), dann Worblaufen (Schnellzug und RBS), weiter das Galgenfeld (S1) – nur wenige hundert Meter von meiner ehemaligen Wohnung in Ostermundigen entfernt – schiesslich Sulgenau (Schnellzug und zu Fuss).

Dann gab es einen Unterbruch bis ich meine heutige Stelle in Ittigen fand. Für diesen Weg habe ich auch ein Jahr lang die Variante „nur Auto“ versucht, bin aber zur Mischungform zurückgekommen: Mit dem Auto nach Thun, von dort mit dem Schnellzug nach Bern und der RBS weiter nach Papiermühle. In letzter Zeit aber öfters nur bis Worblaufen, denn dort wurde ein „Aperto“ eröffnet. „Znüni“ einkaufen ist die genussvolle Eröffnung des Arbeitstages.

Mit meiner Frühpensionierung im Jahr 2016 ist die Zeit der „geregelten“ Wege zu Ende gegangen. Mal geht jetzt mein Weg hierhin oder dorthin. Davon berichtet mein Blog.

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