Archiv des Autors: tinuwin

Die letzte Lage

Heute Abend hat ein Lastwagen ein paar Geräte antransportiert. Es sieht ganz danach aus, als wären Belagsarbeiten angesagt.Nun – in einem Monat beginnt das neue Schuljahr und das heisst, dass unser neues Schulhaus bezogen wird. Damit sich die Kinder auch wohlfühlen braucht es noch einen Pausenplatz, und dieser wird, so nehme ich an, jetzt fertiggestellt. Wie es dann aussieht, erfahren wir natürlich auch an dieser Stelle.

Beschwingert

Heute wollte Nachbar J. zwei Feriengästen (ein ehemaliger Arbeitskollege und seine Frau) den Schwingerweg zeigen. Ich schloss mich an und so fuhren wir in die Gsässweid. Erinnerungen an die Überschwemmung von 2005 kamen auf, denn damals war diese Strasse, die bis 1300m Höhe führt, die einzige, auf der man aus dem Tal kam.
Aber heute ging es, wie gesagt, um den Schwingerweg. Ein Rundgang mit Informationstafeln zu Schwingsport, auf dem man etwas eine Stunde unterwegs ist. Hier hat man für einmal Sicht auf die „Hinterseite“ unserer Hausberge, dem Wiriehorn (l) und dem Schwarzenberg.

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Der Weg endet im Skigebiet Springerenboden/Gsässweid, wo sich auch Ausstellungspavillon befindet. Mittendrin eine Skulptur, die den Diemtigtaler Schwingerkönig Kilian Wenger und seinen Preis, den Stier Arnold, zeigt.

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Auch die Porträts aller Schwingerkönige hängen hier und wer alle Programmhefte, die hier liegen, anschauen will, ist wohl einen halben Tag beschäftigt.
Der Schwingerweg ist ein lohnendes Ziel für einen Halbtagesausflug, aber der Weg dahin zieht sich – schon mit dem Auto, zu Fuss erst recht.

Rugenrunde

Am Samstag zog es mich wieder einmal nach Interlaken. Ich wollte die Gegend um Unspunnen/Rugen erforschen.
Vom Bahnhof Interlaken West sind es nur wenige hundert Meter und schon ist man auf der Waldstrasse zur Unspunnenwiese. Die aber sparte ich mir noch auf und stieg zu Heimwehfluh hinauf. Die Heimwehfluh ist ein Familienausflugsgebiet mir grossem Spielplatz, Rodelbahn etc. und weniger Wandertüchtige können auch mit der Drahtseilbahn hinauffahren.
Ich bin zum Glück noch gut zu Fuss und war in 20 Minuten oben und bestieg auch gleich den Aussichtsturm.

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Man hat hier beste Aussicht z.B. Richtung Thunersee oder über Interlaken.
Von hier aus hätte ich noch auf den grossen Rugen wandern können, wollte mir aber nicht zuviel zumuten und begnügte mich mit dem kleinen. Rund um diesen führt ein Spazierweg, der der Malerin Clara von Rappard gewidmet ist. Ihr Lieblingsmotiv war dies:

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Aufgenommen von einer Aussichtsplattform am Spazierweg, wo die Malerin die Jungfrau immer wieder ins „Visier“ nahm. Der kleine Rugen, der Weg rundherum, das Hotel Regina (welches heute eine Hotelschule ist) gehörte einst alles der Famile Rappard. Ausgerechnet ihre Villa steht nicht mehr, dafür aber ein grosser Pavillon – Trinkhalle genannt – der heute als nobler Speisesaal für Gesellschaften dient. Vor dieser Trinkhalle fotografierte ich den grossen Rugen.

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Gleich unter der Trinkhalle, aber nicht im Bild, ist die ganz unspektakuläre Unspunnenwiese. Dahinter die Autobahn und die Brauerei, die den Namen von diesem Berg übernommen hat.  Das Zwickel trinken wir gerne – die anderen Produkte von Rugenbräu überzeugen uns weniger.

Die Site über Clara von Rappard und auf Wikipedia.

C’est comme ça!

Es ist tatsächlich so: Heute ist mein sechzigster Geburtstag.

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Ich will nicht behaupten, dass mir das ganz egal ist, aber ein Drama mag ich auch nicht daraus machen. Ich will aber gerne die Freiheit geniessen, die einem das Alter gibt. Und diese Freiheit, hoffe ich, kann ich immer mit Freunden geniessen.

So gilt für mich weiterhin: Mit vorsichtigem Optimismus vorwärts!

Heisses Biest

Ich wartete in Thun auf den Zug und da schlich ein dampfendes Biest hinter meinem Rücken durch:

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Ein veritabler Dampfreiniger, aber im Lieferwagen-Format. Ich sprach einen Mann, der offenbar zum „Steam-Biest“-Team gehörte, an und er erklärte mir, dass sie testen, mit welcher Vorrichtung sie den Bahnhof Thun am besten reinigen. Im Dampfvorsatz kann man verschiedene Bürsten einsetzten. Stahlbürsten reinigen gründlich, schaben aber auch etwas Substanz ab – Kunststoffbürsten sind schonender, gewisse Verschmutzungen wie eingetretene Kaugummis, nimmt es aber nicht immer.
Ich bin gespannt, ob dieses Gerät schon bald auch auf anderen Bahnhöfen herumdampft.

Bluegrass und Seesturm

Nochmal zurück auf’s Grunderinseli. Dieses Jahr waren wir den ganzen Tag dort und sahen sowohl die Nachmittagsauftritte (je 30 min) als auch die Abendauftritte (je 45 min).

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Bluedust ist eine italienische Band, die bereits zum vierten Male da war. Sie gruppiert sich um den Leadsänger Perry Meroni (ca. Mitte 70) und singt traditionellen Bluegrass und entsprechend arrangierte italienische und amerikanische Schlager. In der Schlussnummer kombinierten sie biedes mit „It’s now or never“, der Elvis-Version von „O sole mio“.

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Die Schweizer Teilnehmer waren Heinz Flückiger & the Cool Bunch. Der Bandleader dominierte die Band nicht nur optisch. Sie spielten Country und Pop und die Sängerin überzeugte mit ihrer Version von „Me and Bobby McKee“. Die Schlussnummer war wieder Chefsache mit einer stimmgewaltigen Interpretation von „Amazing Grace“.

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Am Nachmittag standen sie noch im See und traten danach in Shorts und barfuss auf, am Abend dann etwas förmlicher, „Flats & Sharps“ aus Cornwall. Bekannte und eigene Stücke präsentierten sie auf traditionelle Art. Immer mit etwas Schalk, so auch ihre Version von „I wanna be like you“ aus Disneys Dschungelbuch, mit der sie den Abschluss machten.

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Die Hillibilly Rockers aus Frankreich mit Sängerin Astrid boten wieder eher popige Country-Musik. Von den traditionellen Instrumente kam lediglich der Geiger häufig zum Zug, so auch bei der Interpretation des Fiedler-Duells mit dem Teufel. Hier kannte ich die Schlussnummer nicht. Es handelte sich, wie Astrid erklärte, um die Ballade einer Trapezkünstlerin.

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Noch nie wie diesmal bemerkte ich den Unterschied zwischen eher egalitären Bands und solchen mit einer dominierenden Figur. Erstere waren auch die traditionellen, wo ein einzelnes Mikrofon im Zentrum steht, um das sich die Musiker scharen. Sie bewegen sich deshalb auch viel und wechseln sich beim Gesang ab. Bei den Engländern sang jeder mindestens ein Stück und zwei wechselten sich in der Moderation ab. Bei den Italienern dominierte Perry zwar – diese Dominanz wurde aber gebrochen, indem ein anderer moderierte und Witze über den Seniorchef machte.
Anders bei Heinz und Astrid. Sie bestritten Leadgesang und Moderation und sowohl sie, als auch die restlichen Bandmitglieder standen während der ganzen Vorstellung am selben Ort. Am extremsten zeigt sich der Unterschied in der Aufstellung in der Schlussnummer – und darum habe ich sie auch alle erwähnt. Heinz blieb nur noch mit dem Steel-Guitar-Spieler auf der Bühne. Bei Astrid blieben die anderen zwar auf der Bühne, spielten aber erst bei den letzten Strophe mit. Beides eher schwermütige Auftritte – ganz anders, als die beiden anderen Bands, die zum Schluss noch einmal alle Spielfreude zeigten.

 

Buch um Buch

„Zahn um Zahn“ hat mir heute die Dentalhygienikerin den Zahnstein entfernt. Zurück bei der Tramstation, fand ich diese Installation:

Da ich kein Buch zum tauschen dabei hatte, beliess ich es beim fotografieren. Vielleicht nehme ich beim nächsten Zahnarztbesuch eines zum tauschen mit.
Nebenbei konnte ich feststellen, dass sich hier im Zentrum von Bümplz ein kleiner Park befindet, der vom Stadtbach durchflossen wird, in dem sich Kinder und Hunde die Füsse kühlen.